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Gesundheit und Teilhabe

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Crystal Meth: Hilfssystem stößt an seine Grenzen

Erfurt. Die Gefahren durch die Designerdroge Crystal Meth haben in den vergangenen Jahren in Thüringen dramatisch zugenommen. Innerhalb von zwei Jahren stieg die Zahl der in Einrichtungen der Suchthilfe betreuten Klienten um über 50 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden in Thüringen mehr als 10 Kilogramm Crystal Meth sichergestellt (2010 waren es 1,3 Kilogramm), 2014 gab es laut Polizeistatistik zwölf Todesfälle, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem missbräuchlichen Konsum von Betäubungsmitteln oder Ausweichmitteln/Ersatzstoffen stehen. Dieser rasanten Entwicklung hinkt das Thüringer Hilfesystem hinterher. Die ambulante und stationäre psychiatrische und suchtspezifische Versorgung in Thüringen stößt seit langem an ihre Grenzen. In den Reha-Kliniken gibt es lange Wartezeiten.
Crystal Meth ist eine große Herausforderung für die Thüringer Politik. Die Thüringer Landesstelle für Suchtfragen hält einen landesweiten Maßnahmenplan für dringend erforderlich. Für den 22. Juni wurde ein Runder Tisch für Thüringen einberufen, an dem gemeinsam mit Sozialministerin Heike Werner (Linkspartei) weitere Schritte beraten werden sollen.
Nach Ansicht der in der TLS zusammengeschlossenen Akteure erfordern vor allem die Auswirkungen des Konsums von Crystal Meth eine Abkehr von den bisherigen Präventionsansätzen. „Prävention passiert an vielen Stellen und ist unverzichtbar – Investitionen ausschließlich in die Prävention ist aber ein Irrweg“ heißt es in dem Positionspapier. Gefordert werden wegen der psychischen und körperlichen Auswirkungen des Konsums von Crystal Meth andere Beratungsangebote. Aufsuchende Hilfe, flexible Erreichbarkeit und Gruppenangebote seien notwendig, mit den bestehenden finanziellen und personellen Ressourcen aber nicht zu leisten, heißt es.
Erforderlich sind nach Expertenansicht niedrigschwellige Angebote für Hilfesuchende und Krisendienste. Die sind aber vor allem im ländlichen Bereich kaum vorhanden oder überfordert. Auch wächst der Bedarf an Hilfen für drogenkonsumierende Eltern und deren Kinder. Die Herausnahme der Kinder aus betroffenen Familien müsse die letzte Möglichkeit bleiben, nicht die erste Wahl, heißt es in dem Papier, in dem auch zusätzliche Zugänge zum Arbeitsmarkt vorgeschlagen werden.

Kontakt

  • Ralf Schneider
    Referent Behindertenhilfe | Sozialhilferecht

  • Dr. Rainer Krüger
    Referent strategische Entgeltberatung

  • Regina Hartung
    Referentin für Gesundheit, Selbsthilfe, Suchthilfe und Psychiatrie

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