Foto: UNSPLASH | Dan Gold

Gesundheit und Teilhabe

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Menschen mit Behinderung sind besonders von Armut betroffen. Die Aktion Mensch weist heute darauf hin und verweist auf Berechnungen des Paritätischen.

„Die Armut in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht“ - dieser dramatische Befund zählte zu den alarmierenden Ergebnissen des aktuellen Armutsberichts des Paritätischen. Menschen mit Behinderungen sind dabei überproportional von Armut betroffen, wie die Paritätische Forschungsstelle auf der Grundlage von neuen Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) nachgewiesen hat. Zu Recht warnt die Aktion Mensch deshalb heute davor, dass die aktuellen Entwicklungen die Situation nicht noch verschärfen werden. Die Aktion Mensch verweist in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung auf die Inflation, die anhaltende Corona-Pandemie und steigende Energiekosten, angesichts deren es fraglich sei, ob die beschlossenen Unterstützungsleistungen ausreichten. „Zudem müssen finanzielle Hilfen zielgerichteter auf Risikogruppen und Benachteiligte ausgerichtet sein – dazu gehören Menschen mit Behinderung ebenso wie armutsgefährdete Familien mit Kindern. Die Schere zwischen Arm und Reich darf nicht weiter auseinandergehen, wenn wir eine gesellschaftliche Spaltung verhindern wollen“, so die Sprecherin der Aktion Mensch, Christina Marx. Die Aktion Mensch verweist dazu auf die Ergebnisse des aktuellen Paritätischen Teilhabeforschungsberichts: „Seit 2012 kommt es zu einem anhaltenden Anstieg der Einkommensarmut unter Menschen mit Behinderung. In dem von der Aktion Mensch Stiftung geförderten Paritätischen Teilhabebericht 2021 zeigt sich, dass im Jahr 2018 19,6 Prozent der erwachsenen Menschen mit Behinderung unterhalb der Armutsschwelle lebten, aber lediglich 13,2 Prozent der Menschen ohne Behinderung. Die Armutsquoten von Menschen mit und ohne Behinderung lagen mit 6,4 Prozentpunkten damit so weit auseinander, wie noch nie seit Beginn der Beobachtung im Jahr 2000. Die Gründe dafür sind vielfältig. Menschen mit Behinderung sind deutlich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen und verdienen in der Regel auch weniger. Das gilt vor allem für Frauen mit Schwerbehinderung. Sie haben das niedrigste Einkommen und sind am seltensten in Vollzeitarbeit tätig“, so Marx.

„Menschen mit Behinderungen sind nicht nur häufig von niedrigen Einkommen betroffen, sie leiden auch besonders unter den steigenden Preisen und profitieren häufig nicht von den beschlossenen Unterstützungsmaßnahmen“, so der Befund von Dr. Joachim Rock, Abteilungsleiter für Arbeit, Soziales und Europa im Paritätischen. Viele Menschen mit Behinderungen seien auf Erwerbsminderungsrenten und andere Leistungen angewiesen, deren Entwicklung nicht annähernd mit der hohen Inflation Schritt halte. Studierende und Rentnerinnen und Rentner seien zudem von beschlossenen Hilfen, wie etwa der Energiepreispauschale von 300 Euro, ausgeschlossen, soweit sie nicht zusätzlich erwerbstätig sind. Das sei aber gerade vielen Menschen mit Behinderung nicht möglich. „Es ist zynisch, Unterstützungsleistungen für die Finanzierung grundlegender Bedarfe an eine Erwerbstätigkeit zu knüpfen, wenn besonders viele Menschen auf Unterstützung angewiesen sind, die diese Bedingung gerade nicht erfüllen können“, kritisiert Dr. Joachim Rock vom Paritätischen Gesamtverband e. V.
Der aktuelle, durch die Aktion Mensch Stiftung geförderte Teilhabeforschungsbericht
Der aktuelle Armutsbericht des Paritätischen

Kontakt

  • Ralf Schneider
    Referent Behindertenhilfe | Sozialhilferecht

  • Dr. Rainer Krüger
    Referent strategische Entgeltberatung

  • Regina Hartung
    Referentin für Gesundheit, Selbsthilfe, Suchthilfe und Psychiatrie

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