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Bildung

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Umfrage: Ein Viertel der Europäer findet, dass allgemeine und berufliche Bildung hinter den Anforderungen zurückbleiben

Während über die Hälfte der Befragten (56%) der Meinung ist, dass ihre Qualifikationen in anderen Mitgliedstaaten anerkannt würden, geben 6% an, sie hätten versucht, in einem anderen Mitgliedstaat zu arbeiten oder zu studieren, dies sei aber daran gescheitert, dass der potenzielle Arbeitgeber bzw. die ins Auge gefasste Bildungseinrichtung ihre Qualifikation nicht anerkannt habe oder dass sie keine ausreichenden Informationen über die Anerkennung ihrer Qualifikation im Ausland hatten.

Die Umfrageergebnisse decken sich mit dem Ergebnis der von der Kommission getrennt durchgeführten Online-Konsultation „Towards a European Area for Skills and Qualifications“ (Auf dem Weg zu einem Europäischen Raum der Kompetenzen und Qualifikationen), die sich an Fachkräfte im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung richtete. Es ging um die Hindernisse, auf die Personen stoßen, die sich in Europa um die Anerkennung ihrer Kompetenzen und Qualifikationen bemühen. Dabei hat sich nachdrückliche Unterstützung für die Vereinfachung des europäischen Instrumentariums zur Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen gezeigt. Dieses sollte kohärenter und benutzerfreundlicher und stärker auf die Bedürfnisse von Schülern, Studierenden, Arbeitnehmern und Arbeitgebern ausgerichtet werden. Es wird außerdem gefordert, in der allgemeinen und beruflichen Bildung mehr auf Lerninhalte als auf die Zahl der Unterrichtsstunden zu schauen.

Im Laufe der Zeit sind eine Reihe europäischer Initiativen auf den Weg gebracht worden, um die Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen zu fördern, beispielsweise der Europäische Qualifikationsrahmen, Systeme für die Vergabe und Anrechnung von Punkten für Studienleistungen, Qualitätssicherung und Dokumentation von Kompetenzen und Qualifikationen. Aber es gibt noch immer erhebliche Schwachstellen: Die Initiativen sind nur schleppend umgesetzt worden, es bestehen nach wie vor zu viele Hindernisse für Lern- und Arbeitsmobilität, und die laufenden Initiativen sind nicht gut auf die Entwicklung des digitalen Lernens und die Internationalisierung (Mobilität von Studierenden zwischen EU- und Nicht-EU-Ländern, von Hochschulen in verschiedenen Ländern gemeinsam verliehene Abschlüsse) abgestimmt.

Andere Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage:

Der wichtigste Faktor in der allgemeinen und beruflichen Bildung ist nach Meinung der EU-Bürger die Fähigkeit von Lehrenden und Ausbildern, die Lernenden zu begeistern und zu motivieren. Hier wird der größte Verbesserungsbedarf gesehen (51%). Andere Bereiche mit Raum für Verbesserungen sind Lernumgebungen, die Kreativität und Neugier anregen (41%), und praktische Arbeitserfahrung in Unternehmen oder Organisationen (37%).

Die große Mehrheit der EU-Bürgerinnen und -Bürger (95%) ist der Meinung, dass Kompetenzen auch außerhalb formeller Bildungs- und Ausbildungsgänge erworben werden können, beispielsweise Fremdsprachenkenntnisse und Fähigkeiten, die bei unterschiedlichen Tätigkeiten eingesetzt werden können.

Nur 9% der Befragten wissen, welchem Niveau des Europäischen Qualifikationsrahmens ihre Qualifikationen entsprechen, und gerade einmal 21% haben schon einmal vom Europäischen Qualifikationsrahmen gehört.

Es gibt zwar etliche Instrumente, die genutzt werden können, um Kompetenzen und Qualifikationen zu dokumentieren, sie sind aber generell relativ unbekannt. Am häufigsten genannt wurde der Europass-Lebenslauf (15%).

Insgesamt geben 44% der EU-Bürgerinnen und Bürger an, sie hätten schon einmal nach Informationen über allgemeine oder berufliche Bildung oder Berufsberatung gesucht. Aber nur gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer (56%) findet, dass es relativ einfach war, die benötigten Informationen zu finden.

Die Ergebnisse und Implikationen der Konsultation und der Eurobarometer-Umfrage werden auf einer Konferenz über den Europäischen Raum der Kompetenzen und Qualifikationen vorgestellt und erörtert, findet heute in Brüssel diskutiert werden.

Hintergrund

Die Eurobarometer-Umfrage wurde zwischen dem 26. April und dem 11. Mai in allen 28 Mitgliedstaaten durchgeführt. Es wurden 28 000 Personen aus verschiedenen sozialen und demografischen Gruppen persönlich befragt.

Zur Online-Konsultation der Kommission vom 17. Dezember 2013 bis zum 15. April 2014 gingen Stellungnahmen von Fachleuten aus dem Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung aus 36 Ländern (allen Mitgliedstaaten sowie Norwegen, der Schweiz, der Türkei, Serbien, Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo, Montenegro und Australien) ein.

Quelle: http://europa.eu

Zur Umfrage (194 Seiten, in Englischer Sprache):

 

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