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200 Euro Einmalzahlung für Hartz IV-Empfänger reicht nicht mal ansatzweise

Neudietendorf, 27.04.2020 | Das Entlastungspaket der Bundesregierung beinhaltet einen einmaligen Zuschuss von 200 Euro für Sozialhilfeempfänger und Empfänger von Hartz IV. Nach Ansicht des Paritätischen Thüringen reicht das bei weitem nicht aus, um die Inflation auszugleichen. Die Berechnungen der Bundesregierung basieren offenbar auf dem geltenden Hartz IV – Satz. Schon dieser ist nach Berechnungen der Forschungsstelle des Paritätischen Gesamtverbandes von Anfang diesen Jahres zu gering. Der Regelsatz für einen alleinstehenden Erwachsenen müsste, um eine wirkliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, statt der aktuell 449 Euro im Monat eigentlich 678 Euro betragen. Wenn man sich die Zahlen genau ansieht, dann wird schnell klar, dass 200 Euro nicht reichen können. Beispielsweise sind für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke für einen alleinlebenden Erwachsenen 155,82 Euro im Monat vorgesehen. Die Preise für Lebensmittel sind aber allein im März laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zu Februar um 6,2 Prozent gestiegen. Vorausgesetzt, die Inflation steigt nicht weiter, bräuchten Grundsicherungsbeziehende allein 116 Euro zusätzlich, um die gestiegenen Kosten für Lebensmittel auszugleichen. Für Strom sind im Regelsatz für Alleinlebende ca. 38 Euro vorgesehen. Bei der aktuellen Preissteigerung für Strom um ca. 17 Prozent, bedeutet das einen Mehrbedarf von ca. 81 Euro. Die 200 Euro reichen also gerade so, um Lebensmittel und Strom auszugleichen. Gestiegene Kosten für Gesundheitspflege, Dienstleistungen, Teilhabe an Kultur werden nicht berücksichtigt. „Von Armut betroffene, werden weiter in Armut gehalten. Sie sind gezwungen, die billigsten und damit häufig auch ungesunden Lebensmittel zurückzugreifen. Geld, um beispielsweise Freizeit sinnvoll zu gestalten – Fehlanzeige. Der Gesetzgeber muss hier nachbessern, denn zum einen ist der Regelsatz an sich schon zu niedrig bemessen und zum anderen, ist aktuell eher von weiter steigenden Preisen auszugehen.“, erklärt Stefan Werner, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen.

Illustration: Christian Kirchner

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