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Social Entrepreneurship in Thüringen: Erste gemeinsame Finanzierungs-Werkstatt für gemeinwohlorientierte Gründungen

Drei Thüringer Organisationen bündeln Expertise – FINkubator unterstützt Gründungsteams bei komplexer Finanzierung von Sozialunternehmen, Vereinsprojekten und solidarischen Betrieben

 

Weimar/Erfurt, 11.02.2026 | Wenn ein Dorf seinen letzten Laden als Genossenschaft rettet, junge Menschen einen Kulturverein gründen oder eine Solidarische Landwirtschaft entsteht, steht dahinter meist ein jahrelanger Kraftakt – vor allem bei der Finanzierung. Genau hier setzt der „FINkubator“ an: Am 27. und 28. März 2026 bieten SEND e.V. Regionalgruppe Thüringen, ThEx Enterprise und die Stadtverwicklung gGmbH erstmals eine gemeinsame Intensiv-Werkstatt für gemeinwohlorientierte Gründungen in Thüringen an.


„Social Entrepreneurship ist längst kein Nischenthema mehr", erklärt Oliver Krahl von ThEx Enterprise. „Gerade in ländlichen Regionen Thüringens sehen wir immer mehr Initiativen, die mit unternehmerischen Mitteln soziale oder ökologische Probleme in ihren Heimatorten lösen wollen – von Dorfläden über Kulturzentren bis zu regionalen Energiegenossenschaften. Die Finanzierung ist dabei oft die größte Hürde."

Komplexe Finanzierungsmodelle brauchen gebündeltes Wissen

Anders als klassische Start-ups kombinieren Social Entrepreneurs meist verschiedene Finanzierungsquellen: Fördermittel, Genossenschaftsanteile, Direktkredite aus der Community und Bankdarlehen. „Diese Vielfalt ist Stärke und Herausforderung zugleich", sagt Maria Wischeropp von SEND e.V., dem Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland. „Viele Gründungsteams sind fachlich top aufgestellt., aber bei der Ausarbeitung von Businessplänen und Finanzierungsstrategien fehlt es an Erfahrung und Orientierung, wer sie dabei operativ unterstützen kann."
Genau diese Lücke will der FINkubator schließen: In eineinhalb Workshoptagen entwickeln bis zu zehn Projektteams – begleitet von fünf Expert*innen – ihre individuelle Finanzierungsstrategie. Das Besondere: Statt Frontalunterricht rotieren die Teams durch verschiedene Beratungsstationen, von Fördermittel-Expertise über alternative Bankfinanzierung bis zur Community-gestützten Umlagefinanzierung nach SoLaWi-Vorbild.

Bottom-up-Entwicklung stärkt strukturschwache Regionen

„Wir sehen hier einen wichtigen Hebel für die Regionalentwicklung in Thüringen", betont Sebastian Kirschner von der Stadtverwicklung gGmbH, die den Workshop im Rahmen ihres BMWK-geförderten Programms „Gemeinsam Gemeinwohl" ausrichtet. „Wenn Gründungsteams in ihrem Heimatort etwas bewegen wollen – sei es ein inklusives Café, eine Repair-Werkstatt oder ein Mehr-Generationen-Wohnprojekt – dann sollten wir sie dabei bestmöglich unterstützen. Diese Bottom-up-Initiativen entstehen aus den Bedarfen vor Ort und sind oft nachhaltiger als Top-down-Förderprogramme."
Die Zahlen geben ihm recht: Laut SEND-Branchenreport 2024 schaffen Sozialunternehmen in Deutschland rund 430.000 Arbeitsplätze – Tendenz steigend. In Thüringen wächst der Sektor besonders im Bereich nachhaltiger Daseinsvorsorge: Energiegenossenschaften, solidarische Landwirtschaft und gemeinwohlorientierte Immobilienprojekte verzeichnen starken Zulauf.

Bewerben können sich alle gemeinwohlorientierten Vorhaben

Der FINkubator richtet sich an Gründungsteams aus ganz Thüringen: Social Start-ups, Wohnprojekt-Initiativen, Solidarische Landwirtschaften, Kulturprojekte, aber auch etablierte Unternehmen, die sich gemeinwohlorientiert umstrukturieren wollen – etwa ein Einzelhandelsgeschäft, das auf Genossenschaftsmodell umstellt.
Die Teilnahme ist dank Bundesmittel kostenfrei. Da die Plätze begrenzt sind, gibt es ein zweistufiges Bewerbungsverfahren. Finale Zusagen werden bis spätestens 2. März 2026 erteilt.

Factbox FINkubator

  • Wann: 27. März (16-19 Uhr) & 28. März 2026 (9-18 Uhr)
  • Wo: Urbanothek Weimar, Erfurter Straße 37
  • Für wen: Gemeinwohlorientierte Gründungsteams aus Thüringen (Social Start-ups, Wohnprojekte, SoLaWis, Kulturinitiativen etc.)
  • Expert*innen: Oliver Krahl (ThEx Enterprise), Maria Wischeropp (SEND/BürgerStiftung Erfurt), Sebastian Kirschner & Christiane Werth (Stadtverwicklung), weitere Expert*innen für Bankfinanzierung
  • Bewerbung & Info: https://stadtverwicklung.de/termine/finanz-inkubator

 

Über die Veranstalter

  • SEND e.V. ist das bundesweite Netzwerk für Social Entrepreneurship in Deutschland mit über 1.000 Mitgliedern. Die Regionalgruppe Thüringen vernetzt Sozialunternehmer*innen und setzt sich für bessere Rahmenbedingungen ein. www.send-ev.de
  • ThEx Enterprise ist ein Projekt des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) und begleitet Gründungsinteressierte in allen Regionen Thüringens individuell und kostenfrei – von der ersten Geschäftsidee bis zur erfolgreichen Umsetzung des Unternehmens. Das Programm wird gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus. Projektträger ist die parisat – Gesellschaft für Paritätische Soziale Arbeit in Thüringen mbH.
  • Stadtverwicklung gGmbH entwickelt partizipative Formate für urbane Transformation und betreibt in Weimar die Urbanothek als Reallabor für Stadtentwicklung. Das Programm „Gemeinsam Gemeinwohl" (2025-2027) wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. www.stadtverwicklung.de


Pressekontakt
Sebastian Kirschner
Stadtverwicklung gGmbH
Tel.: 0178-7221750
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.stadtverwicklung.de
Bildmaterial auf Anfrage verfügbar.

Illustration: Christian Kirchner

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