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Was Zugausfälle und die Pflege gemeinsam haben

Suhl, Neudietendorf, 05.01.2024. „Dass Züge Verspätung haben oder ausfallen ist inzwischen normal. Dass ein*e Pfleger*in verspätet oder gar nicht kommt, ist inzwischen kein düsteres Zukunftsszenario mehr, sondern absehbar bald Realität.“, so Matthias Kunze, Geschäftsführer der Volkssolidarität Regionalverband Südthüringen e.V. „Die Ursache ist die gleiche – seit Jahrzehnten wird auf Verschleiß gefahren und eine grundlegende Lösung des Problems wird immer weiter in die Zukunft verschoben.“, erklärt Matthias Kunze weiter.

Auch der Paritätische Thüringen drängt auf schnelles Handeln. So rechnet das Landesamt für Statistik in seinem Bericht zur Anschlussrechnung zur 3. Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung mit einem Anstieg der Pflegebedürftigen bis 2042 um 27 Prozent.
Das bedeutet aus Sicht der beiden Verbände, dass verstärkt in Pflegekapazitäten und Personal investiert werden muss, um den Bedarf überhaupt einigermaßen zu decken. Dafür braucht es eine Finanzierung der Pflege, die sich nicht in kurzfristigen Reförmchen erschöpft, sondern eine grundlegende Reform. Hier sprechen sich beide für eine solidarische Pflegevollversicherung, die alle pflegebedingten Kosten übernimmt, aus.
„Ohne eine grundsätzliche Reform der Pflegefinanzierung, werden die notwendigen Investitionen in Pflegeplätze und Ausbildung von Pflegekräften bei den Pflegebedürftigen landen. Und das wird die meisten finanziell überfordern und die Kommunen müssen dann einspringen.“, so Matthias Kunze weiter, „ehrlich gesagt, kann ich nur empfehlen, kein Geld zurückzulegen. Denn das wird später sowieso für die Pflege draufgehen.“
Der Paritätische Thüringen und die Volkssolidarität Regionalverband Südthüringen e.V. fordern daher Politiker auf Bundes-, Landes und Kommunalebene auf, gemeinsam an einer Lösung der Probleme zu arbeiten. Daran sollten vor allem die Kommunalpolitiker ein Interesse haben, denn die weiter steigenden Kosten für die Hilfe zur Pflege werden die Möglichkeiten der Kommunen für Investitionen weiter einschränken.
Neben der Finanzierungsfrage belastet die Pflege auch der Personalmangel und die überbordende Bürokratie. Die Anforderungen bei der Pflegedokumentation und der Abrechnung sind inzwischen schon wieder so groß, dass zu viel Arbeitszeit, die für die Pflegebedürftigen da sein sollte, für Bürokratie verwendet werden muss.
„Es gibt viele Probleme in der Pflege, aber eben auch Lösungsvorschläge. Wir sind gemeinsam mit der Volkssolidarität Südthüringen mehr als bereit, sich mit den Verantwortlichen an einen Tisch zu setzen und offen und vorbehaltlos über Lösungen zu diskutieren. Die Zeit drängt.“, so Steffen Richter, stellvertretender Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen.

Illustration: Christian Kirchner

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