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Dröhnendes Schweigen aus dem Ministerium

Neudietendorf, 21.04.2022 | Die Angebote der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen in Thüringen werden ihre Beratungsangebote kürzen müssen und damit auch die vorgeschriebene Netzplanung unterlaufen. Nach dieser sollte ein Berater auf 8500 überschuldete Volljährige kommen. Das wird in Zukunft nicht mehr möglich sein. Hintergrund sind die vom Verbraucherministerium im Rahmen der globalen Minderausgabe gekürzten Mittel für die Beratungsstellen. Die Vereine und Verbände, die die Beratung anbieten, können die fehlenden Mittel nicht ausgleichen. Das führt dazu, dass die Beratungsstunden gekürzt werden müssen. Der Paritätische Thüringen und zahlreiche Vereine haben das Verbraucher-ministerium auf dieses Problem hingewiesen und um eine Lösung gebeten. Leider hüllt sich das Ministerium in Schweigen. Die Kürzungen bedeuten, dass in einer Zeit, in der auf Grund der weiter steigenden Inflation mehr Familien eine Schuldnerberatung benötigen, die Angebote eingeschränkt werden. Dies führt zu längeren Wartezeiten. Es ist damit zu rechnen, dass nicht allen Betroffenen rechtzeitig geholfen werden kann. Hinzu kommt, die Kürzungen treffen auch das Verwaltungspersonal. Heißt, auch hier werden Stunden gekürzt und die Arbeit auf die Berater übertragen werden müssen. Dies führt zu weiteren Einschränkungen. Für die Mitarbeitenden in den Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen bedeutet dies auch finanzielle Einbußen, da anstehende Tariferhöhungen durch die Kürzung von Beratungsstunden kompensiert werden müssen. Angesichts der geleisteten Arbeit insbesondere in Zeiten der Pandemie ein nicht hinnehmbarer Zustand. „Um es zusammenzufassen – hier wird der Sozialstaat abgebaut. Bewährte und etablierte Strukturen werden beschädigt. Wenn die Finanzministerin sagt, die Ministerien müssen bei der globalen Minderausgabe eben entscheiden, was ihnen wichtig ist und was nicht, dann heißt das wohl, die soziale Infrastruktur ist nicht mehr wichtig.“, konstatiert Stefan Werner, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen. Für den Wohlfahrtsverband ist klar, dass die Kürzungen perspektivisch zu mehr Sozialausgaben führen werden und somit die gewollten Einsparungen konterkarieren. „Damit wird die von der CDU durchgesetzte globale Minderausgabe am langen Ende zum Bärendienst für Freistaat.“, so Stefan Werner. Der Paritätische wiederholt daher seine Forderung, dass Parlament und Regierung im Angesicht der aktuellen Entwicklungen einen Weg finden, die soziale Infrastruktur in Thüringen zu erhalten.

Illustration: Christian Kirchner

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